SIEGBURG / MÜNCHEN – Als einziges deutsches Team in der LMP2-Klasse startet die Mannschaft von KSM-MVI beim 24 Stunden-Rennen in Le Mans. Zusammen mit dem neuen KSM-Partner, dem renommierten Münchner Fahrzeugentwickler MVI Group, treten die Siegburger mit ihrem offenen Lola Spyder in der Prototypen-Klasse LMP2 im französischen Le Mans an. Insgesamt gehen bei dem härtesten und berühmtesten Autorennen der Welt 55 Fahrzeuge am 12. Juni an den Start, die in vier verschiedenen Fahrzeugkategorien (LMP1, LMP2, GT1, GT2) zeitgleich teilnehmen.
"Wir sind sehr glücklich über unsere Nominierung für Le Mans 2010", freut sich Hardy Schiller, Teamchef von Kruse-Schiller-Motorsport KSM, einer hoch kompetenten kleinen privaten Mannschaft, die die Medien nach der legendären Veranstaltung 2008 wegen ihres Könnens, Engagements und ungebrochenen Durchhaltevermögens liebevoll "Spirit of Le Mans" tauften.
Fahrer des teameigenen Lola B08/47 mit bewährtem Judd-Motor sind auch diesmal die drei KSM-Piloten Hideki Noda, Jean de Pourtales sowie Jonathan Kennard, die sich während des 24-Stunden-Rennens ablösen. Gut 4.800 km legen die Piloten dabei insgesamt zurück, bei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 330 km/h.
Erstmals kooperiert KSM mit einem Partner aus der internationalen Automobilindustrie. Die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit mit der Münchner MVI Group, einem der erfolgreichsten Entwicklungsdienstleister und Beratungshäuser der Branche, betrachtet Teamchef Hardy Schiller als "wichtige strategische neue Partnerschaft". Den Wert der Kooperation sieht Schiller in der Chance, den Abstand der privaten Teams in der LMP2-Klasse gegenüber den hochgerüsteten Werksteams der Automobilhersteller wie Audi, Peugeot oder Aston Martin, die in der Prototypen-Klasse LMP1 antreten, deutlich zu verkleinern.
Gebündelte Kompetenzen von KSM und der MVI Group
"Die Vorteile kostspieliger Analysen wie aerodynamische Untersuchungen, aufwendige rechnergestützte Simulationen und computergestützte Optimierung von Bauteilen, wie dies den LMP1-Teams der Fahrzeughersteller zu Gute kommt, können wir uns als kleines privates Team nicht leisten", betont Schiller. Die jetzige Kooperation mit der MVI Group und der Zugriff auf deren umfangreiche Ressourcen und große Erfahrungen in allen Fragen der Komponenten- und Fahrzeugoptimierung sieht Schiller daher als eine "große Bereicherung und eine exzellente Chance", das eigene Fahrzeug in der Zukunft weiter zu verbessern. Die industrielle Kompetenz der MVI Group soll dazu mit dem Motorsport-Knowhow von KSM verschmelzen.
Langstreckenrennen wie Le Mans liefern für die Serienentwicklung von Automobilen und die Auslegung sämtlicher Details beste Informationen, begründet MVI-Geschäftsführer Rainer Kurek das Engagement. "Das ist eine Erprobung unter härtesten Bedingungen", betont Kurek. Kurek betrachtet die Kooperation mit KSM daher nicht zuletzt unter gezielten Win/Win-Aspekten, um das Knowhow der MVI Group auf dem Zukunftsmarkt des automobilen Leichtbaus kontinuierlich zu verbessern und mit speziellen Erfahrungen aus dem Rennsport zu ergänzen.
Für Le Mans 2010 rechnen sich die beiden Partner gute Chancen für das diesjährige Rennen aus. In der Prototypen-Klasse 2 will das Team KSM-MVI diesmal nun "aufs Treppchen fahren". Hardy Schiller und Rainer Kurek peilen einen Platz unter den ersten Drei in der LMP2-Klasse an.