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Studie von Fraunhofer IAO und PROMIND | MVI Group:
»Automobilentwicklung in Deutschland – wie sicher in die Zukunft?«
In der Produktentstehung der Automobilindustrie könnte vieles deutlich besser laufen
• 30 Prozent mehr Effizienz und Effektivität möglich
• Nutzung des Verbesserungspotenzials setzt ein Umdenken in den Unternehmen voraus
 
12.12.2003, MÜNCHEN / STUTTGART
Es ist ein offenes Geheimnis: Mit der Entwicklungsqualität der deutschen Autos steht es nicht unbedingt zum Besten. Anlaufprobleme in der Produktion, Rückrufaktionen und unbefriedigende Ergebnisse in den Umfragen über Kundenzufriedenheit sind der Grund, warum das Thema Qualität in den Vorstandsetagen der Automobilkonzerne zum Sorgenkind geworden ist.
„Wenn die Automobilindustrie so weiterarbeitet wie bisher, wird sie die Herausforderungen nicht meistern“, lautet denn auch die zentrale Aussage einer neuesten Branchen-Untersuchung des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Münchner PROMIND, einem auf Learning & Consulting spezialisierten Unternehmen der internationalen MVI Group.
Die rund 250 Seiten umfassende Studie „Automobilentwicklung in Deutschland – wie sicher in die Zukunft“ ging der Frage nach, wo in der gemeinsamen Produktentwicklung zwischen Automobilherstellern und Zulieferern die heutigen Schwächen und Probleme liegen. Ausführliche Handlungsempfehlungen zeigen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um die Entwicklungsqualität zu erhöhen und deutliche Verbesserungspotenziale zu realisieren. In die umfangreiche Studie flossen die Meinungen und Angaben von über 140 Experten aus der Automobilindustrie und Zulieferer-Branche ein.
Erstaunliches Fazit der Untersuchung: Die deutsche Automobilindustrie könnte um fast 30 Prozent effizienter und effektiver in der Produktentwicklung sein, verglichen mit den heutigen Prozessen und Strukturen. Allerdings sind dazu eine ganze Reihe von Maßnahmen notwendig, wie die Studie zeigt (www.30-prozent-studie.de). Auch lässt sich das hohe Verbesserungspotenzial nur gemeinsam von Automobilherstellern und Zulieferern nutzen, setzt hierfür aber ein Umdenken in den Unternehmen voraus. Hier sind in erster Linie die Automobilhersteller gefordert, heißt es.
Bis an die Grenzen gefordert
Angesichts der wachsenden Modellvielfalt und der immer kürzeren Entwicklungszeiten in der Branche sind die Entwicklungsabteilungen bei den Automobilherstellern und Zulieferanten bis an die Grenzen gefordert. Mit immer neuen Features und technischen Innovationen in den Fahrzeugen wagen die Automobilhersteller einen schwierigen Spagat zwischen Markendifferenzierung und den hohen Erwartungen ihrer Kunden nach einer dauerhaften Zuverlässigkeit der Produkte.
Im Wettstreit der Automobilkonzerne um jedes Käufersegment sehen sich die Entwicklungsabteilungen der Automobilhersteller und Zulieferer mehr denn je vor einem riesigen Berg an Herausforderungen: Bei weiter schrumpfender Entwicklungszeit und anhaltend hohem Druck auf die Kosten stehen vor allem die Entwicklungsqualität und das reibungslose Zusammenspiel der technischen Systeme im fertigen Produkt „Automobil“ auf dem Prüfstand. Die wachsende technische und organisatorische Komplexität entpuppt sich hierbei als eine der größten Hürden und Stolpersteine zugleich, wie die Studie zeigt.
„Das optimale Management aller beteiligten Partner in der komplexen Entwicklungsprozesskette zählt zu einer der größten Herausforderungen, der sich die Unternehmen der Branche heute gegenüber sehen“, verdeutlicht Reinhard Wagner, Mitglied der Geschäftsleitung bei PROMIND und einer von fünf Autoren der Studie, die schwierige Situation. So wundert es nicht, dass sowohl Automobilhersteller wie auch Zulieferer den dringendsten Handlungsbedarf in Themenkomplexen sehen wie Projektmanagement oder den Prozessabläufen in der Automobilentwicklung. Aber auch Themen wie Mitarbeiter-Orientierung und der Umgang mit Wissen sowie Kooperation und Kommunikation haben hohen Handlungsbedarf, nachdem die Unternehmen immer enger in Netzwerken zusammen arbeiten.
Vieles könnte besser laufen
Die Untersuchung zeigt, dass in den Prozessen der Produktentstehung vieles deutlich besser laufen könnte. Fast einhellig bemängeln die befragten Unternehmen unklar verteilte Aufgaben und wenig eindeutige Kompetenzen und Verantwortlichkeiten in den Projektorganisationen.
Wie die Studie zeigt, spielt Projektmanagement als Schlüsseldisziplin zwar eine wichtige Rolle in der Automobilentwicklung, doch sind die Unternehmen damit oft überfordert. Viele Projekte starten zu spät und wenig professionell. Mangelnde Ziele und lückenhafte Anforderungsprofile an das fertige Produkt (sogenannte Lastenhefte) gehören zur Tagesordnung. Entwicklungspartner werden zu spät einbezogen, Festlegungen unterlassen oder übersehen. Die Folge sind operative Hektik und Mängel in der Projektabwicklung. Die Projektsteuerung leidet unter „geschönten“ Meilensteinfreigaben und einem mangelhaften Änderungsmanagement. Die überwiegende Zahl der Lieferanten sieht sich hier als Opfer, weil auf ihren Schultern die Folgen in Form von hohem Zeit- und Kostendruck ausgetragen werden.
Der Verdrängungswettbewerb in der Branche hinterlässt Spuren auch in der Zusammenarbeit der Automobilhersteller mit ihren Zulieferern. Statt partnerschaftlicher Beziehungen und Vertrauen belasten nach fast einhelliger Meinung der befragten Zulieferer neben dem hohen Druck auf Preise und Termine vor allem Misstrauen das kooperative Miteinander. Ohne eine Änderung im Umgang miteinander lassen sich die Verbesserungspotenziale jedoch kaum realisieren, mahnt die Studie.
Rund die Hälfte der befragten Experten meinen, dass im laufenden Entwicklungsprozess die Leistungsmerkmale des Endproduktes „Automobil“ bezogen auf den wirklichen Kundennutzen unter die Räder kommen. So ermöglicht der massive Einzug von Elektronik in das Auto technische Features, die der Endkunde zwar als selbstverständlich wahrnimmt, jedoch im Betrieb kaum nutzt. Stattdessen erhöhen diese Features die Komplexität und Abstimmungen im Entwicklungsprozess. Ob diese Mehrwertstrategien tatsächlich Kaufanreize darstellen, müsse daher öfter hinterfragt und bewertet werden, lautet die Empfehlung.
In diesem Zusammenhang fordern eine Reihe der Befragten aus den Reihen der Automobilhersteller (OEM) deutlich mehr Produkt- und Gesamtfahrzeugkompetenz auf Seiten der Entscheiderebene der OEM im Sinne früherer „Chef-Entwickler“. Das aber setzt ein hochstehendes und ganzheitliches technisches Know-how voraus, damit als Endprodukt ein homogenes und stimmiges Automobil auf den Markt kommt.
 
Weitere Informationen siehe: www.30-prozent-studie.de
 
Hinweis:
Preis der Studie 280 Euro.
Bestellung über den IAO-Shop oder über den Buchhandel (ISBN 3-8167-6388-X)
 
Kontakt Rainer Kurek, Geschäftsleitung
 
Telefon +49 / 89 / 61 46 97 - 41
Telefax +49 / 89 / 61 46 97 - 39
E-Mail presse@mvi-group.com
MVI Group GmbH
 
Candidplatz 11
D - 81543 München
 

 
Über die MVI Group

 
Die MVI Group ist eine international tätige Unternehmensgruppe mit weltweit über 1.000 Mitarbeitern. Primäre Branchenausrichtung ist die Automobilindustrie. Die MVI Group bietet ein breites Spektrum an hochqualifizierten und sich ergänzenden Dienstleistungen für die internationale Automobilindustrie. Als unabhängiger Partner steuert die MVI Group für ihre Kunden komplexe Fahrzeug-Entwicklungsprojekte über die gesamte Prozesskette der Produktentstehung bis hin zur Fahrzeugerprobung. Die Unternehmen der Gruppe bieten Knowhow und Dienstleistungen in Projekt- und Prozess-Management ebenso wie Consulting-Leistungen in Technologie- und Methodenberatung. Hinzu kommen umfangreiche Dienstleistungen entlang der automobilen Entwicklungsprozesskette, angefangen bei Design*), Konstruktion*) und Simulation bis hin zu Fabrik- und Fertigungsplanung, Gesamtfahrzeug-Erprobung und Homologation. Weil qualifizierte Mitarbeiter eine immer zentralere Rolle spielen, bietet die MVI Group darüber hinaus auch ein breites Spektrum an Dienstleistungen im Bereich Human Capital Services. Alle Gesellschaften in der MVI Group operieren als eigenständige und ergebnisverantwortliche Unternehmen am Markt. Sie werden zentral geführt und koordiniert, um maximale Synergieeffekte erzielen zu können. – Weitere Informationen unter: www.mvi-group.com sowie
www.promotive-mvi.com

*) wird in Deutschland derzeit nicht angeboten.
 
 
 
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